Technische Daten
Abfahrt: San Giustino
Ankunft: Umbertide
Länge: 40km
Höhenunterschied: 100m
Schwierigkeitsgrad: mittel-leicht
Straßenbelag: Asphalt, unbefestigt
Empfohlenes Rad: Tourenrad, MTB
Sehenswertes in dieser Gegend: San Giustino, Città di Castello, Montone, Trestina, Umbertide.
Die dritte Etappe unserer Route führt uns von San Giustino über
die Ortschaften Piosina, Città di Castello, Trestina und Niccone
bis nach Umbertide. Da die Strecke über lange Abschnitte auf
Radwanderwegen verläuft, können wir weit ab vom Autoverkehr
radeln und die herrlichen Ausblicke auf die Landschaften des Oberen
Tibertals genießen. Mit ihren 40 Kilometern ist diese Etappe zwar die
längste der in diesem Radwanderführer vorgeschlagenen Routen,
weist jedoch keine signifikanten Steigungen auf, da sie sich fast immer
am Tiberufer entlang schlängelt. Die einzige Anforderung an den
Radtouristen ist deshalb, seine Kräfte gut zu dosieren, um auch am
Ende der Etappe noch etwas Energie zu haben.
Wir starten in der Altstadt von San Giustino und radeln auf der Asphaltstraße in
Richtung Pistrino. Gleich hinter der Tiberbrücke nehmen wir bei Kilometer 3,2
den links abgehenden unbefestigten Weg, biegen dann rechts ab und folgen der
unbefestigten Straße entlang dem Fluss. Hier beginnt einer der faszinierendsten
Abschnitte dieser Route: Da der unbefestigte Weg ganz nah am Flusslauf des
Tibers verläuft, können wir die Naturschönheiten in Ruhe genießen. Nur bei einigen
Abschnitten müssen wir auf die etwas unebene Straße und das hohe Gras achten.
Bei Kilometer 5,8 kehren wir für wenige Meter auf die Asphaltstraße zurück, um
zum linken Flussufer zu gelangen, während wir bei Piosina (Kilometer 9,6) die Straße
überqueren und auf einen Radwanderweg stoßen, der uns bis Città di Castello
bringt, wo wir bei Kilometer 15,4 ankommen. Hier wenden wir uns nach links und
kehren auf die Asphaltstraße zurück, um dann in Richtung Trestina weiterzufahren.
Zuvor lohnt sich jedoch ein kleiner Abstecher, um den bezaubernden historischen
Ortskern dieser Stadt zu besichtigen.
Bei Città di Castello überqueren wir die Tiberbrücke und radeln in Richtung Trestina,
wobei wir der Provinzstraße SP105 folgen. Von Città di Castello bis Trestina müssen
wir 10km auf der Asphaltstraße zurücklegen, aber da die Straße nicht sehr befahren
ist, können wir doch mit einer gewissen Ruhe radeln. Bei Kilometer 22 kommen
wir durch San Secondo, während wir einige Kilometer später rechts das Profil der
Wallfahrtskirche von Canoscio erkennen können.
Wir erreichen Trestina bei Kilometer 25,5: Am Kreisverkehr biegen wir links ab,
fahren über die Tiberbrücke und nehmen gleich danach den rechts abgehenden
Radwanderweg, der sich am linken Flussufer entlang schlängelt und bis nach
Promano führt.
Bei Kilometer 30,1 kommen wir in Promano an, wo wir rechts abbiegen und auf die
ehemalige staatliche Landstraße SS3bis fahren, auf der wir 10 Kilometer bleiben und
über die Orte Niccone und Montecastelli immer leicht bergauf und bergab bis nach
Umbertide radeln. Da dies der verkehrsreichste Abschnitt dieser Route ist, müssen
wir hier im Gegensatz zum anfänglichen Teil etwas auf den Autoverkehr achten.
Sehenswertes
In San Giustino, Abfahrtsort der Etappe,
sollte man sich unbedingt die Burg
Bufalini anschauen. Die mittelalterliche
Anlage wurde auf Wunsch der
Marchesen Bufalini errichtet, eine
eng mit der Geschichte San Giustinos
verbundene Familie. Ebenfalls
sehenswert sind die Erzpriesterkirche,
die Kirche Santissimo Crocifisso
und die Villa Margherini Graziana,
ein prächtiges, gleich außerhalb von
San Giustino liegendes Bauwerk
aus der Spätrenaissance, das im
Jahr 1616 durch den Umbau einer
mittelalterlichen Burg verwirklicht
wurde.
Nachdem man ungefähr die Hälfte
der Route zurückgelegt hat, erreicht
man Città di Castello, die wichtigste
Stadt des Oberen Tibertals. Der von
den Umbrern gegründete Ort wurde
später ein römisches Municipium mit
dem Namen Tifernum Tiberinum.
Im Anschluss an verschiedene
Unterwerfungen und nach der
Plünderung und Zerstörung durch die
Goten von Totila (6. Jh.n.Chr.) wurde
der Ort wieder aufgebaut und befestigt
und bekam zuerst den Namen Castrum
Felicitatis und im 10. Jh. dann den
endgültigen Namen Castrum Castelli.
In der eindrucksvollen Atmosphäre
der Altstadt sind elegante
Renaissancearchitekturen, die Höfe und
Loggien der herrschaftlichen Palazzi wie
Palazzo Vitelli alla Cannoniera (heute
Sitz der Städtischen Pinakothek) und
Kreuzgänge zu sehen. Lohnenswert ist
die Besichtigung der Kathedrale sowie
der Kirchen Santa Maria Maggiore,
Santa Maria delle Grazie, San
Francesco und San Domenico. In der
Umgebung kann man die Abtei Petroia,
das Oratorium San Crescentino in
Morra, die Wallfahrtskirche in Canoscio
und das Thermalbad Fontecchio
besichtigen.
Wenn man vor der Ankunft in
Umbertide den Blick nach oben richtet,
sieht man linker Hand das Profil des
bezaubernden mittelalterlichen Dorfes
Montone. Sehenswert in der Altstadt
sind der Palazzo Comunale an der
Piazza Fortebraccio, die Pfarrkirche
San Gregorio aus dem 11. Jh., älteste
Kirche von Montone, die Kollegiatkirche
und die Kirche San Francesco. Zwei
der wundervollen Kunstwerke, die in
der letztgenannten Kirche aufbewahrt
waren, befinden sich heute im
Buckingham Palace und in der National
Gallery in London: Die „Madonna auf
dem Thron mit Kind und Heiligen“ von
Berto di Giovanni und die „Madonna in
der Glorie“ von Luca Signorelli.
In Umbertide, Zielort dieser dritten
Etappe, muss man sich natürlich
unbedingt die monumentale Rocca
anschauen, eine 1385 von Alberto
Guidalotti nach einem Entwurf des
hiesigen Architekten Angeluccio
di Ceccolo errichtete Festung.
Besichtigenswert sind auch die Kirche
Santa Croce mit der berühmten
„Kreuzabnahme“ von Luca Signorelli
(1515) und die Kollegiatkirche Santa
Maria della Reggia. In der Umgebung
lohnt sich die Besichtigung der
Burg Civitella Ranieri und der
wunderschönen Abtei Montecorona,
die laut Überlieferung zwischen dem
Jahr 1008 und dem Jahr 1009 vom hl.
Romuald gegründet worden sein soll.