Technische Daten
Abfahrt: Pontecuti (Todi)
Ankunft: Corbara
Länge: 34km
Höhenunterschied: 650m
Schwierigkeitsgrad: schwierig
Straßenbelag: Asphalt, unbefestigt
Empfohlenes Rad: Tourenrad, MTB
Sehenswertes in dieser Gegend: Todi, Colonnetta, Prodo, Monte Peglia, Corbara-See, Corbara
Die siebte Etappe ist zwar die härteste, aber auch die landschaftlich
faszinierendste unserer Fahrt am Tiber entlang.
Sofort nach dem Ortsausgang von Pontecuti zwängt sich der Tiber in eine enge
Schlucht, wodurch der Corbara-See entsteht, während sich unsere Route auf den
Hügeln zwischen dem See und dem Monte Peglia bergauf schlängelt und auf völlig
verkehrsfreien Straßen vollkommen unberührte Landschaften durchquert.
Die Etappe verläuft fast immer auf asphaltierten Straßen, mit Ausnahme der Abfahrt,
die hinter Prodo beginnt und zum Seeufer führt. Die Route ist zwar nicht übermäßig
lang, aber aufgrund der zahlreichen anspruchsvollen Steigungen mit einem
Höhenunterschied von insgesamt mehr als 600 Metern recht schwierig: Von den
weniger trainierten Radtouristen verlangt sie also einen vollen Einsatz und besonders
die gute Einteilung ihrer Energien im ersten und schwierigsten Teil der Strecke.
Bereits nach 500 Metern, wenn wir rechts abbiegen und den Anstieg in
Richtung Prodo beginnen, wird die Route sehr anstrengend. Der Anstieg ist zwar
ausgesprochen lang (fast 12 Kilometer), doch da er keine exzessiven Steigungen
aufweist, wird es auch den weniger trainierten Radlern gelingen, den Gipfel zu
erreichen. Es ist jedoch wichtig, sich nicht zu verausgaben: Untrainiertere Radler
sollten den Anstieg mit ihrem eigenen Rhythmus in Angriff nehmen und, wenn
nötig, eine Rast einlegen, um den traumhaft schönen Blick auf das Tal zu genießen.
Bei Kilometer 12 endet der erste Teil des Anstiegs, aber die Straße geht jetzt nicht
bergab, sondern führt in einem ständigen Auf und Ab bis zur Hochebene, die sich an
den Hängen des Monte Peglia zwischen Weiden und angebauten Feldern erstreckt.
Wenn wir kurz vor der Ankunft in Prodo den Blick nach links werfen, können wir
erkennen, wie sich ein Arm des Corbara-Sees zwischen den von dichten Wäldern
bedeckten Steilhangwänden in die engen, unter uns liegenden Schluchten zwängt.
Diese einzigartige Kulisse begleitet uns bis zur Burg von Prodo (km 20,8), ein antikes
Dorf, das unvermittelt zwischen der Vegetation hervorlugt und uns eine neue
Steigung ankündigt: Der Anstieg ist ca. zwei Kilometer lang, weist dieses Mal jedoch
etwas anspruchsvollere Steigungen auf, die bereits müde Beine auf eine harte
Probe stellen können.
Wir verlassen bei Kilometer 24 die asphaltierte Straße, wenden uns nach links und
beginnen die zunächst sanfte, dann etwas steilere Abfahrt in Richtung Corbara-See.
Bei Kilometer 28,5 radeln wir durch das alte Dorf Osa, von wo die Abfahrt aufgrund
der starken Gefälle und der etwas unebeneren Straße unwegsamer wird: Auf
diesem Streckenabschnitt müssen weniger erfahrene Radler besonders aufpassen
und können bei Bedarf auch einige Meter zu Fuß zurücklegen.
Wir erreichen jetzt zügig das Seeufer, an dem wir einen großartigen Blick auf die
Ortschaft Civitella del Lago haben, die sich vor uns auf der anderen Uferseite erhebt.
Bei Kilometer 30,2 kehren wir auf die Asphaltstraße zurück und radeln am See
entlang nach Corbara. Nachdem wir zwei kurze, aber anspruchsvolle Steigungen
bewältigt haben, kommen wir in der Ortschaft Corbara an, die von dem imposanten
Staudamm, der den Lauf des Tibers absperrt, beherrscht wird.
Sehenswertes
Die Etappe von Todi nach
Corbara bietet traumhaft schöne
Landschaftsblicke und ist auch
vom naturwissenschaftlichen
Gesichtspunkt eine der
interessantesten. Der größte Teil
der Strecke verläuft auf den Hügeln
zwischen dem Corbara-See und dem
Monte Peglia, noch unberührte Orte
von unvergleichlichem Charme.
Von diesen Hügeln kann man häufig
das zerklüftete Profil des Corbara-
Sees erkennen, ein künstliches
Becken, das in den 50er Jahren
im Anschluss an den Bau eines
Staudamms für den Tiber geschaffen
wurde und die Aufgabe hat, das
Wasserregime des Flusses zu
regulieren und ein Wasserkraftwerk
in der Ortschaft San Lorenzo zu
versorgen. Die Angelsportler halten
ihn für einen der interessantesten
Seen Mittelitaliens; er ließ nicht
nur ein hinsichtlich der Natur
einzigartiges Ökosystem entstehen,
sondern wurde auch ein bedeutendes
Vogelschutzgebiet mit zahlreichen
Vogelarten, darunter die Stockente,
die Reiherente, der Fischreiher und
der Eisvogel.
Entlang der Strecke kann man die
Burg von Prodo und den Landsitz
von Corbara besichtigen, während
auf der gegenüberliegenden Seeseite
das Profil von Civitella del Lago
emporragt, ein für seine einmalige
Panoramalage berühmtes Dorf.
Ganz in der Nähe von Corbara liegt
Orvieto, eine der berühmtesten
Städte Mittelitaliens, die sich durch
einen außergewöhnlichen Kunst- und
Kulturbestand auszeichnet. Zu den
schönsten Gebäuden gehören der
Dom, ein Werk von Lorenzo Maitani
(13. Jh.) und eines der prachtvollsten
Bauwerke der italienischen
Architektur, die Kirche San Giovenale,
die Kirche San Giovanni, die
Kirche Sant´Andrea, die Kirche San
Lorenzo de Arari, die Kirche San
Francesco (13. Jh.) und die Kirche
San Domenico (13. Jh.), die das von
Arnolfo di Cambio verwirklichte
monumentale Grabmal des Kardinals
De Braye beherbergt.
Die repräsentativsten öffentlichen
Gebäude sind der Palazzo Comunale,
der Palazzo del Popolo, der Palazzo
dei Sette und das Städtische Theater
Luigi Mancinelli.
Wirklich beeindruckend ist die
Besichtigung des Brunnens San
Patrizio, ein bautechnisches
Meisterwerk. Der 62m tiefe
Brunnen verfügt über zwei separate
spiralförmige Treppen, auf denen
man zum Wasserholen bis zum
Boden hinuntersteigen konnte, ohne
demjenigen, der sich auf dem Weg
nach oben befand, zu begegnen.
Und dann verbirgt sich unter der
Stadt das faszinierende unterirdische
Orvieto: Eine unglaublich große Zahl
an künstlichen Hohlräumen bildet ein
verwirrendes Labyrinth aus Gängen,
Tunneln, Zisternen, Brunnen, Höhlen
und Kellern.
Gleich außerhalb der Stadtmauern
kann man die etruskische Nekropole
Crocifisso del Tufo (4.-5. Jh.v.Chr.) mit
Grabkammern aus Tuffsteinblöcken
besichtigen. Auf dem Architrav
jeder Kammer ist der Name des
Familienoberhauptes eingeritzt.