Technische Daten
Abfahrt: Ponte San Giovanni (Perugia)
Ankunft: Marsciano
Länge: 31,8km
Höhenunterschied: 100m
Schwierigkeitsgrad: leicht
Straßenbelag: Asphalt, unbefestigt
Empfohlenes Rad: Tourenrad, MTB
Sehenswertes in dieser Gegend: Torgiano, Pontenuovo, Deruta, Marsciano.
Mit der fünften Etappe beginnen wir die zweite Hälfte unserer
Radreise entlang dem Tiber. Nachdem wir die Hauptstadt Umbriens
gestreift haben, radeln wir durch geschichts- und traditionsreiche
Dörfer wie Deruta und Torganio südlich in Richtung Marsciano weiter.
Die Strecke schlängelt sich durch das Tibertal, das von den sanften Hügeln dieser
Gegend Umbriens umgeben ist, und durchquert Gebiete, die für ihre edlen Weine
und Olivenöle sowie für die Herstellung wertvoller Majoliken und Ziegel bekannt
sind.
Aufgrund der Streckenlänge von nur 31,8 Kilometern, der quasi nicht vorhandenen
Steigungen und der Tatsache, dass über die Hälfte der Route auf Asphaltstraßen
verläuft, können wir diese Etappe als leicht einstufen. Sie kann deshalb ohne
besondere Anstrengung auch von weniger trainierten Radlern und mit jedem
Fahrradtyp zurückgelegt werden.
Die Abfahrt erfolgt am Anfang des Radwegs in der Nähe der alten Brücke; von hier
fahren wir Richtung Torgiano und lassen den verkehrsreichen Teil der Ortschaft
schnell hinter uns.
Schon nach 2 Kilometern, d.h. gleich nach dem Industriegebiet, wird die sanfte
Landschaft von der Natur beherrscht. Bei Kilometer 7 kommen wir am Fuß
der Ortschaft Torgiano an, zu der wir mit einem kleinen Abstecher nach rechts hochfahren können, um die bezaubernde Altstadt zu besichtigen. Die Route geht
dagegen an der Ampel geradeaus weiter in Richtung Deruta. In diesem Abschnitt ist
wegen des Verkehrs noch Vorsicht geboten, doch schon bei Kilometer 8, wenn wir
nach der Überquerung der Chiascio-Brücke rechts in Richtung Pontenuovo fahren,
wird der Verkehr weniger. Wir radeln auf der Asphaltstraße weiter, überwinden
einige leichte Steigungen und können einen schönen Blick auf Torgiano und das
Tibertal genießen.
Bei Kilometer 10,4 kommen wir in Pontenuovo an: An der Kreuzung geht es
geradeaus weiter – Vorsicht Verkehr! – und nach 50m verlassen wir die Hauptstraße
und biegen rechts in einen kleinen Parkplatz ein. Auf der linken Seite beginnt hier
der Radwanderweg entlang dem Tiber, der mit den Hinweisschildern für die MTBStrecke
Nr. 19 ausgeschildert ist.
Wir folgen diesem schönen, am Flusslauf des Tibers entlang führenden Radweg,
bis wir bei Kilometer 14 am Fuß von Deruta ankommen; von hier geht es weiter in
Richtung Fanciullata.
Bei Kilometer 16,5 biegen wir, nachdem wir die Tiberbrücke überquert haben, links
ab und gelangen auf eine ruhige Nebenstraße, die bald danach unbefestigt wird. Von
hier bis Marsciano lassen wir den Tiber linker Hand liegen und radeln auf breiten und
wunderschönen Feldwegen, die sich durch die unterschiedlich angebauten und mit
dem Flusswasser bewässerten Felder schlängeln. Bei Kilometer 26 biegen wir auf
der Höhe eines Ferienbauernhofs rechts ab und stoßen kurz danach bei dem kleinen
Dorf Cerro wieder auf die Asphaltstraße. Hier biegen wir rechts ab und folgen einer
Nebenstraße, die uns bis zur Peripherie von Marsciano bringt, die Stadt der Ziegel.
Wir folgen den Hinweisschildern zur Stadtmitte, wo die Route endet.
Sehenswertes
Wenige Kilometer nach der
Abfahrt erreicht man das befestigte
mittelalterliche Dorf Torgiano, das
Ende des 18. Jh. über den Resten einer
antiken römischen Siedlung entstand
und berühmt für seine vorzügliche Öl- und Weinerzeugung ist.
Deshalb ist es natürlich kein Zufall,
dass man im historischen Ortskern
nicht nur das von Giorgio und
Maria Grazia Lungarotti geplante
und verwirklichte Weinmuseum
besichtigen kann, das im barocken
Palazzo Graziani-Baglioni aus dem
17. Jh. untergebracht ist und zu den
berühmtesten weinkundlichen Museen
Italiens zählt, sondern auch das Oliven- und Ölmuseum.
In der Altstadt von Torgiano kann man
auch den Turm Baglioni, Zeugnis des
antiken befestigten Mauergürtels,
die zwei Brunnen Fonte di Giano und
Fonte dei Cocciari, Werke des Künstlers
Nino Caruso, sowie die Kirche San
Bartolomeo, die Kirche Santa Maria
del Castello, die Kirche Madonna
dell´Ulivello und das Oratorium
Sant´Antonio Abate besichtigen.
Ungefähr auf der Hälfte dieser Route
kommt man ganz nah an Deruta
vorbei, ein für seine blühende
Majolikaproduktion berühmter Ort.
Sehenswert sind hier das Tor Porta
San Michele Arcangelo, an dessen
Seiten noch Spuren des antiken
Mauergürtels zu erkennen sind, der
kleine Platz Piazzetta Michelotti, die
Kirche San Michele Arcangelo und die
Piazza dei Consoli mit dem Palazzo
Comunale.
Nachdem die Etappe durch eine
überwiegend ländliche Landschaft
führte, die diese Gegend Umbriens
prägt, endet sie in Marsciano,
das wichtigste umbrische
Ziegelproduktionszentrum. Im Gebiet
von Marsciano liegt das Dynamische
Museum der Ziegel und der Terrakotta,
das über das gesamte Territorium
verteilt ist und alle Orte der Bauern-,
Handwerks- und Industriekultur
einbindet. In der Altstadt sollte man die Kirche
San Giovanni Battista, den im Jahr
1871 errichteten Palazzo Comunale,
das Theater della Concordia und den
Palazzo Battaglia mit Dekorationen des
futuristischen Malers Geraldo Dottori
besichtigen.
Bei dieser Etappe durchquert der Tiber
auch die Gemeinde Collazzone, ein
antikes, auf einem Hügel liegendes
Dorf. Sehenswert sind hier die
Kirche San Lorenzo mit einem
Glockenturm aus dem 18. Jh., die
Kirche San Michele Arcangelo, die
höchstwahrscheinlich als einfache
Burgkapelle errichtet worden war,
und der Palazzo Comunale mit
einem Kalksteinportal, das Vignola
zugeschrieben werden kann.