Technische Daten
Abfahrt: Umbertide
Ankunft: Ponte San Giovanni (Perugia)
Länge: 36,3km
Höhenunterschied: 200m
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
Straßenbelag: Asphalt, unbefestigt
Empfohlenes Rad: Tourenrad, MTB
Sehenswertes in dieser Gegend: Umbertide, Pierantonio, Ponte Pattoli, Perugia.
Nach dieser vierten Etappe, die von Umbertide nach Perugia führt,
haben wir ungefähr die Hälfte unserer Radreise zurückgelegt. Die
36 Etappenkilometer verlaufen über verkehrsarme Asphaltstraßen,
unbefestigte Wege und Radwanderwege. Erst in der Nähe von
Perugia müssen wir durch ein paar verkehrsreichere Gegenden
fahren, es handelt sich jedoch nur um wenige hundert Meter. Der
Höhenunterschied beträgt 200 Meter: Keine harten Anstiege, sondern
eine Reihe von auf- und abwärts führenden Abschnitten, denen wir vor
allem im mittleren Teil der Strecke begegnen und die für die weniger
trainierten Radler ermüdend sein können.
Nach der Abfahrt von der Stadtmitte in Umbertide geht es zunächst einige hundert
Meter in Richtung Città di Castello, bevor wir dann links in Richtung Corciano und
Pierantonio abbiegen und die Provinzstraße SP170 nehmen, die entlang dem rechten
Flussufer verläuft. Wir folgen den Hinweisschildern der Routen „I Sentieri, i Castelli e le
Pievi del Perugino“, wenden uns bei Kilometer 4 nach links und radeln an der schönen
Abtei Montecorona vorbei.
Nachdem wir einige auf- und abwärts führende Abschnitte im Wald überwunden
haben, kehren wir bei Kilometer 8,3 kurz auf die Hauptstraße SP169 zurück, auf der wir
auf den Verkehr achten müssen. Bei Kilometer 8,6 verlassen wir die Hauptstraße und biegen links in eine Nebenstraße ein, die sich mitten durch die Vegetation schlängelt
und deshalb auch im Sommer ein angenehmes Radeln ermöglicht.
Wir lassen die Ortschaft La Bruna hinter uns (km 11,6), verlassen bei Kilometer
14,5 in der Nähe von Pieve San Quirico die Asphaltstraße und fahren geradeaus auf
dem unbefestigten, entlang dem Fluss verlaufenden Weg weiter, wobei wir den
Hinweisschildern für den Weg Nr. 266 folgen.
Wir bewältigen zwei kurze, aber schroffe Steigungen; der Weg schlängelt sich durch
schöne Landschaften und verläuft mehrmals ganz nah am Fluss entlang, bevor wir
dann bei Kilometer 19,5 die Ortschaft Ponte Pattoli erreichen. Hier nehmen wir links
die Hauptstraße in Richtung Perugia. Je mehr wir uns der Stadt nähern, desto mehr
müssen wir auf den Verkehr aufpassen, vor allem, wenn wir in die Ortschaft Villa
Pitignano fahren. Dort biegen wir gleich hinter dem Bahnübergang bei Kilometer 24,3
links ab und nehmen sofort anschließend den rechts abgehenden Radwanderweg,
der gut ausgeschildert ist und nach 12 Kilometern in Ponte San Giovanni endet. Auf
der Strecke kommen wir durch den Didaktischen Wald von Ponte Felcino, hinter dem
wir für einige hundert Meter auf die Straße zurückkehren müssen, um zum linken
Flussufer zu gelangen; danach radeln wir Richtung Ponte Valleceppi. Nachdem wir den
Park von Ponte Valleceppi hinter uns gelassen haben, überwinden wir die Flussschleife
„Ansa degli Ornari“ und kommen kurz danach in Ponte San Giovanni an.
Sehenswertes
Die Etappe endet in Ponte San
Giovanni, ein Vorort von Perugia.
Obwohl die Route Perugia nicht
direkt einbindet, lohnt es sich
doch, zumindest die Altstadt zu
besichtigen. Besonders eindrucksvoll
ist die Piazza IV Novembre mit
dem berühmten Brunnen „Fontana
Maggiore“ und dem Palazzo dei
Priori. Bemerkenswert sind auch der
etruskische Bogen, der etruskische
Brunnen und die Rocca Paolina,
eine imposante Festung, die der
Papst im Jahr 1540 errichten ließ.
Lohnenswert ist die Besichtigung
einiger Kirchengebäude, darunter
vor allem die Abtei San Pietro, die
Kirche San Domenico, der Komplex
San Francesco al Prato und die Kirche
Sant´Ercolano.
In Ponte San Giovanni befindet sich
nur wenige Meter vom Tiber entfernt
das Hypogäum der Volumnier, das
größte und bedeutendste etruskische
Familiengrabmal der Region.
Entlang der Strecke von Umbertide
nach Ponte San Giovanni werden
zahlreiche äußerst interessante
Burgen und Dörfer durchquert oder
gestreift, darunter Pieve San Quirico,
Civitella Benazzone, Civitella d´Arna
und die Burg Ascagnano.
Bei dieser Etappe kommt
man außerdem durch zwei
naturwissenschaftlich ausgesprochen
interessante Orte: Der Didaktische
Wald von Ponte Felcino und die
Flussschleife „Ansa degli Ornari“.
Der Didaktische Wald ist ein
Vegetationskomplex, der sich am
Tiberufer über ein Areal von ca.
80.000m² erstreckt und mit dem Ziel
angelegt wurde, zur Kenntnis der
Natur und zur Umwelterziehung
beizutragen. Im Didaktischen Wald
gibt es über 100 botanische Familien
mit ca. 2000 Exemplaren von Baum,
Strauch- und Grasgattungen. In
diesem Wald befinden sich auch der
Turm Baldelli-Bombelli, heute eine
Jugendherberge, und der antike
Mühlenturm „Molino della Catasta“,
der im 14. Jh. von der Wechslerzunft
als Kornspeicher und Mühle
errichtet wurde, anschließend als
Wasserkraftwerk fungierte und den
Betrieb der Wollspinnerei in Ponte
Felcino bis Ende der 60er Jahre des
vorigen Jahrhunderts garantierte.
Die Flussschleife „Ansa degli Ornari“,
eine der interessantesten Naturoasen
in Mittelitalien, wird dagegen von der
Tiberwindung und dem Privatbesitz
„Macchia Baldeschi“ geformt.
Es handelt sich um ein See- und
Sumpfsystem, das aufgrund von
Extraktionstätigkeiten entstand; die
alten stillgelegten Sandsteinbrüche
mit ihren stehenden Gewässern
bieten zahlreichen Exemplaren der
Vogel-, Fisch- und Amphibienfauna
Unterkunft.