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Etappe 06


von Marsciano nach Todi
Marsciano, Fratta Todina, Montemolino, Todi

Technische Daten

Abfahrt: Marsciano
Ankunft: Pontecuti (Todi)
Länge: 26km
Höhenunterschied: 150m
Schwierigkeitsgrad: mittel-leicht
Straßenbelag: Asphalt, unbefestigt
Empfohlenes Rad: Tourenrad, MTB
Sehenswertes in dieser Gegend: Marsciano, Fratta Todina, Montemolino, Todi.

Wir fahren immer weiter in Richtung Süden und unser Ziel ist eine der schönsten Kunststädte Mittelitaliens: Die sechste Etappe schlängelt sich über kurvenreiche Wege inmitten angebauter Felder bis zum Fuß von Todi, wo der Tiber mit einer Rechtskrümmung in eine enge Schlucht fließt und das künstliche Becken von Corbara formt. Die Route streift auch die Dörfer Fratta Todina und Montemolino, während das Profil von Montecastello di Vibio nur in der Ferne zu erkennen ist.

Obwohl diese Etappe recht kurz ist, braucht der Radler aufgrund einiger leichter Anstiege und unebener Abschnitte in der Gegend von Montemolino ein Minimum an Kondition. Zum Ausgleich ist die Strecke im Hinblick auf Kunst und Landschaft außergewöhnlich faszinierend, da sie durch Szenarien führt, die sich bei jedem Kilometer ändern: Von angebauten Feldern zu Wäldern, von Weiden zum erhabenen Profil der Altstadt von Todi.

Die Etappe startet in der Stadtmitte von Marsciano, von wo wir Richtung Todi fahren. Nachdem wir die Stadt hinter uns gelassen haben, verlassen wir auf der Höhe des Bahnhofs Ammeto die Hauptstraße, biegen links in die Via delle Fontanelle ein und nehmen eine Straße, die nach wenigen Metern unbefestigt wird und sich dann durch die Felder schlängelt.

Bei Kilometer 4,5 kehren wir links wieder auf die asphaltierte Straße zurück, doch es handelt sich um eine verkehrsfreie Nebenstraße, die entlang der Bahnlinie kerzengerade nach Fratta Todina führt, ein antikes Dorf, das wir bei Kilometer 8 streifen und mit einem kurzen Abstecher besichtigen können.

Wenn wir dagegen links weiterfahren, geht es wieder an der Bahnlinie entlang und wir radeln auf breiten Naturwegen, die von Brombeersträuchern gesäumt sind. Im Sommer können wir hier köstliche Brombeeren kosten.

Nach dem Bahnhof von Fratta Todina kehren wir bei Kilometer 9,5 wieder auf die Asphaltstraße zurück und biegen bei Kilometer 10,8 links auf die staatliche Landstraße in Richtung Todi ab. Auf den nächsten 2 Kilometern ist wegen des Verkehrs Vorsicht geboten, und zwar mindestens bis Kilometer 12,7; hier biegen wir kurz vor der Tiberbrücke rechts in einen engen Pfad ein, der sich bis zum Fluss schlängelt und dann mitten durch den Wald führt. Wir haben hier wunderschöne Ausblicke auf den Fluss und auf die Burg Montemolino, die zu unserer Linken zwischen der Vegetation hervorlugt. Dieser Abschnitt ist zwar streckenweise etwas holprig, doch für die Schönheit der Landschaft lohnt es sich wirklich, diese Schwierigkeit in Kauf zu nehmen.

Bei Kilometer 18 kehren wir in der Nähe des kleinen Ortes Pian di San Martino auf die asphaltierte Straße zurück und hier eröffnet sich uns ein herrlicher Blick auf die Stadt Todi, die ganz unvermittelt und in ihrer ganzen Pracht hinter einem kleinen Hügel auftaucht. Nach einem kurzen Abschnitt auf einer befahrenen Straße erreichen wir Ponte Rio, fahren zur linken Flussseite, biegen gleich nach dem Ortsausgang rechts ab und schlagen erneut einen unbefestigten Weg ein, der am Tiber entlangführt. Die Straße ist wirklich einmalig schön: Wir überwinden leicht bergauf und bergab radelnd die Hügel, über die diese Straße führt, und können unseren Blick zwischen dem Flusslauf des Tibers rechter Hand und dem Hügel von Todi linker Hand schweifen lassen. In dieser bezaubernden Atmosphäre erreichen wir zügig Pontecuti, Zielort dieser Etappe und antike, zur Verteidigung Todis gebaute Festung. Mit einem Anstieg von ca. 4 Kilometern können wir bis nach Todi fahren.




Sehenswertes

Nur wenige Kilometer nach der Abfahrt streifen wir die kleine Ortschaft Fratta Todina, eine der kleinsten Gemeinden Umbriens. In den ersten Jahren des 15. Jahrhunderts lebte hier lange Zeit Braccio Fortebraccio, der die Mauern befestigte und die mittelalterliche Burg ausbaute.

Sehenswert sind im historischen Ortskern die Pfarrkirche, die den Heiligen Savino und Michele Arcangelo gewidmet ist, und der Palazzo Altieri.

Ganz in der Nähe kann man das Franziskanische Kloster Spineta besichtigen, von dem man einen großartigen Blick auf das gesamte Tibertal zwischen Perugia und Todi genießt. Das Kloster besaß früher eine „Christi Geburt“ des Malers Spagna, die heute in den Vatikanischen Museen ausgestellt ist; eine Kopie befindet sich im Gemeinderatssaal von Fratta Todina.

Die Etappe endet in Pontecuti, eine antike mittelalterliche Burg, die zur Verteidigung der Tiberbrücke errichtet wurde. Von hier kann man in nur 4 Kilometern Todi erreichen. Todi, umgeben von drei konzentrischen Mauerringen, ist eines der umbrischen Städtchen mit dem reichsten Kunst- und Kulturbestand. Auf jeden Fall sollte man die großartige Piazza del Popolo besichtigen, einer der schönsten Plätze Italiens, an dem sich die Symbole der zivilen Macht erheben: Der zwischen 1214 und 1228 errichtete Palazzo del Podestà, eines der ältesten Gemeindegebäude Italiens, der Palazzo dei Priori und der Palazzo del Capitano del Popolo. Wunderschön sind auch der Dom und der Tempel San Fortunato, in dem heute die Gebeine von Jacopone da Todi ruhen.

Wenn man kurz vor der Ankunft in Todi den Blick nach rechts hebt, kann man das Profil von Monte Castello di Vibio erkennen, ein charakteristisches, auf einem Hügelgipfel gelegenes mittelalterliches Dorf, das man mit einem Anstieg von ca. 2 Kilometern erreichen kann. Hier befindet sich das Theater „Teatro della Concordia“: Es wurde im Jahr 1808 eröffnet und ist mit seinen 99 Logen- und Parkettplätzen das „kleinste Theater der Welt“.


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